Satlantis: die Menschen hinter den Posts finden
Von Janusz Nowakowski
Erstveröffentlichung: Lightning.News, 2025-11-18.
Jordi verbringt einen grossen Teil seiner Arbeitszeit damit, Bitcoin-Gruppen miteinander zu verbinden. Bei Adopting Bitcoin in El Salvador 2025 bat ich ihn, Satlantis jemandem zu erklären, der diese Welt nicht kennt.
Er begann bei etwas Vertrautem: eine Veranstaltung entdecken und entscheiden, ob man hingeht. Daraus ergab sich eine naheliegende Frage. Wenn es schon Meetup, Eventbrite und Luma gibt, warum noch eine App bauen?
Mit der Veranstaltung anfangen
Janusz: Wie erklärst du Satlantis jemandem, der es noch nicht kennt?
Jordi: Wenn ich Satlantis jemandem erkläre, der die App noch nicht kennt, überspringe ich den technischen Teil. Ich beginne mit einem einfachen Anwendungsfall. Denk an ein Event. Wie diese Konferenz. Zuerst musst du entdecken, dass es existiert. Vielleicht siehst du es auf Social Media oder jemand erzählt dir davon. Wenn du teilnehmen möchtest, kannst du nicht einfach reinlaufen. Du kaufst ein Ticket auf einer Website. Satlantis ist eine Plattform, um Events zu entdecken. Sowas wie Eventbrite, Meetup oder Luma.
Janusz: Stimmt. Aber wir haben bereits Meetup und viele andere Plattformen. Warum Satlantis bauen, wenn es diese Plattformen schon gibt?
Jordi: Weil allgemeine Plattformen alles vermischen. Krypto, lokale Märkte, Sport, Partys. Satlantis konzentriert sich nur auf die Bitcoin-Community. Deshalb posten Bitcoin-Organisatoren ihre Meetups und Konferenzen dort.
Eine Gemeinschaft soll umziehen können
Jordi interessiert auch, was mit der Identität und den Kontakten einer Gemeinschaft passiert, wenn die Firma hinter einer App verschwindet. Satlantis nutzt Nostr, ein offenes Protokoll, bei dem Menschen sich mit kryptografischen Schlüsseln in verschiedenen kompatiblen Anwendungen ausweisen können.
Das kann die Identität übertragbar machen. Ob Beiträge und Veranstaltungsdaten verfügbar bleiben, hängt auch von den speichernden Servern und den unterstützenden Anwendungen ab. Jordi möchte die Gemeinschaft weniger abhängig von einer einzelnen Firma machen. Dass dabei automatisch sämtliche Daten erhalten bleiben, ist damit nicht garantiert.
Die Namen auf der Teilnehmerliste
Satlantis war sein Vollzeitjob. Er war dazugekommen, als es noch eine Reise-App für Bitcoiner war. Inzwischen baute das Team sie zu einer Plattform für Treffen, Konferenzen und Workshops aus. Jordi beschrieb eine App, die aus dem Interesse an Veranstaltungen lernte und auf Reisen ähnliche Treffen vorschlug.
Die Zielgruppe war bewusst eng gefasst. Veranstalter mussten Bitcoin nicht von Grund auf erklären. Wer neu in einer Stadt war, konnte nach Menschen mit einem gemeinsamen Interesse suchen.
Janusz: Verstehe. Stell dir also vor, ich bin neu in der Community oder gerade in einem neuen Land angekommen. Wie hilft mir Satlantis?
Jordi: Bei Veranstaltungen kannst du Freunde oder Geschäftspartner kennenlernen. Telegram und Twitter können das nicht. Sie zeigen Posts, aber du weißt nie, wer persönlich auftauchen wird. Satlantis konzentriert sich auf Bitcoiner. Die App bringt sie bei Veranstaltungen vor Ort zusammen.
Jordi: Seit COVID wollen Menschen echten Kontakt. Satlantis hilft Bitcoinern, sich im echten Leben zu finden. Es ist kein privater Chat oder ein komisches Messaging-Tool. Du siehst ein Event. Du siehst, wer kommt, wenn sie ihren Namen angeben. Ich zeige meinen immer, weil ich sehen will, ob meine Freunde kommen.
Redaktionell überarbeitet am 10. Oktober 2026. Das Interview beschreibt Produkte, Pläne und Einschätzungen zum Zeitpunkt des Gesprächs.